Orgelkonzert mit Welturaufführung einer Komposition zum Jubiläum von Prof. Zsolt Gárdonyi

50 Jahre Vleugels-Orgel im Erftaldom Besonderes Konzert am 10. Februar mit Daniel Gárdonyi / Welturaufführung eines Werkes seines Vaters Zsolt Gárdonyi

Zum Jubiläum werden alle Register gezogen

07. Februar 2019 Autor: Ingrid Eirich-Schaab (i.E.) Fränkische Nachrichten

Quelle: Foto: Fotostudio Bernhard Hardheim

 

Die Vleugels-Orgel in der Hardheimer Pfarrkirche St. Alban wurde vor 50 Jahren eingeweiht. Diesem Jubiläum ist das Orgelkonzert am Sonntag, 10. Februar, um 18 Uhr im Erftaldom gewidmet.

Zur Aufführung kommt unter anderem eine Komposition von Prof. Zsolt Gárdonyi, Würzburg zum Jubiläum 125 Jahre Erftaldom und 50 Jahre Vleugels-Orgel als Welturaufführung. Organist:     Daniel Gárdonyi

Quelle: Repro aus Notensatz LIFT HIGH THE CROSS

 

Hardheim. Die katholische Pfarrgemeinde St. Alban hat in diesem Jahr gleich mehrere große Jubiläen zu feiern. Zum einen ist es das 125-jährige Bestehen des „Erftaldomes“, wie die Hardheimer Pfarrkirche liebevoll ob ihrer Größe und ihres exponierten Standortes genannt wird. Zum anderen eben das Orgel-Jubiläum.

Zum Abschluss der ersten großen Kirchenrenovierung im Jahre 1968 mit Purifizierung des Raumes erhielt die Hardheimer Pfarrkirche eine von Orgelbaumeister Hans Theodor Vleugels neu errichtete Orgel. Diese entsprach dem Zeitgeschmack und den kahlen, weiß übertünchten Wänden. Sie hatte ursprünglich ein zweimanualiges Werk mit 30 Registern und nahezu 2000 Pfeifern. Die alte Bader-Orgel aus dem Jahr 1894 erklang am 2. Juli 1967 zum letzten Mal.

Unter Pfarrer Johann Schäfer erfolgte in den 1990er Jahren eine weitere große Kirchenrenovierung. Dabei erinnerte man sich an die ursprüngliche prunkvolle farbliche Ausgestaltung des Gotteshauses und ließ die alte Pracht wieder erstrahlen.

Im Frühjahr des Jahres 2000 krümmten sich die großen Prospektpfeifen und drohten herabzustürzen. Die vergangenen 30 Jahre waren nicht spurlos an dem Instrument vorüber gegangen. Eine umfassende Revision war erforderlich. Kostenpunkt: eine halbe Million Mark. Ein Darlehen durfte auf Anordnung des erzbischöflichen Ordinariats in Freiburg nicht aufgenommen werden. Vielmehr musste ein Großteil der Summe durch Spenden finanziert werden.

In diesem Zusammenhang realisierte man die ursprünglich bereits angedachte Orgel-Erweiterung, die aus Kostengründen 1968 nicht umgesetzt worden war. Ein Rückpositiv war unter anderem aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht einbaubar. Im Hauptgehäuse selbst war kein Platz mehr für weitere Register. Aber hinter der Orgel befand sich ein ungenutzter Raum, der einbezogen werden konnte für ein neues, großes Orgelwerk mit 17 Stimmen. „Das eigentliche Schwellwerk als drittes Manual erhielt dort, nachdem schon 1968 einige Bader-Stimmen aus der Vorgängerorgel übernommen wurden, weitere Bader-Register aus den Lagerbeständen der Firma Vleugels“, wie in der Festschrift zur Orgelweihe 2001 nachzulesen ist.

Zahlreiche Änderungen gab es in der elektrischen Registersteuerung.

Die Klangpalette wurde deutlich erweitert, alle Pfeifen neu intoniert und die Tonmechanik komplett erneuert. Ein größerer Spieltisch wurde errichtet mit jetzt drei Manualen. Die starren Rechtecke des Gehäuses verdeckte man durch Blendbögen.

Durch Spielhilfen und einen Setzer mit 4000 Speichermöglichkeiten war das Instrument jetzt konzerttauglich. Einige Sonderregister erweitern das Spektrum. Dazu gehören der Cymbelstern, eine Nachtigall, Pauke, Windabschwächung für das dritte Manual und das Donnergrollen (Tympanon).

Zu den ursprünglich acht vorhandenen Pedalregistern gesellte sich mit dem komplett eigenständigen Register Untersatz 32’ das tiefste Orgelregister überhaupt, welches den tiefsten Ton spielbar macht, den Menschen überhaupt hören können.

Weitere Registerzüge wie Glockenspiel, Kuckuck, Regenmaschine. „Heulender Wolf“ kamen im Laufe der Jahre hinzu.

Die Orgelbaufirma Vleugels ließ es sich nicht nehmen, durch eigenes Zutun, das über den normalen Auftrag weit hinausging, die Hardheimer Kirchenorgel zu einem wahren Vorzeigeinstrument ausbauen.

Die feierliche Orgelweihe nahm nach mehrjähriger Kirchenrenovierung – zuletzt unter Pfarrer Franz Lang – am 9. Dezember 2001 der damalige Dekan Werner Bier vor.

Hardheim besitzt seitdem ein bedeutendes Orgelwerk der Manufactur Vleugels – mit 48 Registern und über 3000 Pfeifen eines der größten Instrumente zwischen Heidelberg und Würzburg. Es ist für große Konzertaufführungen geeignet.

Im Zusammenwirken des Freundeskreises Erftaldomorgel mit Familie Vleugels gelingt es immer wieder, renommierte und sehr namhafte Organisten nach Hardheim zu holen und außergewöhnliche Konzertveranstaltungen anzubieten, die Orgelfreunde weit über die Grenzen der Erftalgemeinde hinaus ansprechen.

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 07.02.2019