
Das tat er, nachdem Bernhard Berberich als Sprecher des gastgebenden Freundeskreises „Erftaldomorgel“ das geneigte Publikum begrüßt und dem Musiker das Wort überlassen hatte: Kurz und bündig – dennoch aussagekräftig – stellte Gregor Knop seine Intentionen und die Stückauswahl im Kontext von Geschichte und Gegenwart vor und bekundete seine Freude darüber, „besonders schöne Musik an einer besonders schönen Orgel“ zu spielen, ehe er an dem edlen Instrument Platz nahm und seine Zuhörer mit einer äußerst vielseitigen Abendmelodie beschenkte und berührte.
Zunächst erfreute er mit einem dreiteiligen Zyklus nach César Franck (1822-1890): Orgelmusik muss nicht zwingend von Bach’scher Schwere sein, die mancher zuweilen auch als unangenehm und sperrig empfinden mag. Das beweisen die Werke „Trois pièces“, „Pièce héroique“ und im Besonderen das lebhafte „Cantabile“, das mit einer Anekdote verbunden war: Zeitzeugen zufolge sollte das musikalische Zwiegespräch ursprünglich den Titel „Dialogue amoureuse“ tragen, was aber der Gattin Francks als „zu libidinös“ für die Aufführung in Gotteshäusern erschienen sei – wie dem auch sei, gerade jene Komposition erwies sich als virtuoses und mitreißendes Werk.
Der zweite Teil des Konzerts beanspruchte dessen Löwenanteil – er dauerte mehr als 40 Minuten. Das war jedoch kein Nachteil: Die „Symphonie No.6“ aus dem Schaffen des Charles Marie Widor (1844-1937) erwies sich als sehr gefühlvolles, unaufdringlich gespieltes und doch ausgesprochen kraftvolles Werk.
Das klar akzentuierte Spiel Gregor Kemps wusste ebenso zu gefallen wie die abwechslungsreichen, ausgefeilten Passagen der fünf Sätze. Es verstand sich von selbst, dass eine Zugabe den Abend im Erftaldom Hardheim würdevoll abrundete.
Info: Die Konzertreihe wird am Sonntag, 12. Oktober, fortgesetzt. Informationen unter www.erftaldomorgel.de .
Programm:
| Cesar Franck: | „Meine Orgel ist ein Orchester“ |
| Cásar Franck (1822-1890) | Trois pièces Pièce héroïque Cantabile |
| Charles Marie Widor 1844 - 1937 | Symphonie No. 6 |
Vita Gregor Knop, Bensheim
