Ein Vierteljahrhundert Nächstenliebe

Hardheim. (adb) Seit 25 Jahren bereichern die Damen des Krankenhaus-Besuchsdienstes des Vereins „Dienst am Nächsten e.V.“ den Alltag von Patienten des Hardheimer Krankenhauses: Sie hören zu, nehmen sich Zeit und halten die Hand – sie sind nicht mehr aus der Einrichtung wegzudenken. Dieser Tage feierte die am 19. März 2001 durch Diakon Franz Greulich ins Leben gerufene, ungebrochen aktive Gruppe ihr 25-jähriges Bestehen mit einer ansprechenden Feierstunde im Refektorium.
 
Dort begrüßte Vereinsvorsitzender Bernhard Berberich im Beisein von Stellvertreterin Johanna Leiblein und Schriftführer Joachim Kuhn zahlreiche Ehrenamtliche teils der ersten Stunde und hob hervor, dass vieles „im Stillen getan wird“ - seit inzwischen einem Vierteljahrhundert. „Damals verstand sich die Besuchsgruppe als Weiterentwicklung des Vereinsangebots und zugleich gänzlich neues Angebot“, erinnerte Berberich. Die grundsätzliche Idee sei so zeitlos, dass das Prinzip des Besuchsdienstes bis heute unverändert blieb – im Gegensatz zur Situation des Krankenhauses, das inzwischen als „Gesundheitszentrum Hardheim“ firmiert: „2001 gab es drei voll belegte Stationen, die von jeweils vier Ehrenamtlichen betreut wurden, während ab 2010 zwölf Kräfte zwei Stationen abdeckten – heute sind es zehn Kräfte in einer Station“, ließ Berberich wissen. Nach wie vor gelte das Prinzip der Empathie mit Abstand – man falle nicht mit der Tür ins Haus und melde sich vorher an, um das Interesse an Besuchen auszuloten. „Wer keinen Besuch wünscht, bekommt das Angebot nicht aufgezwungen“, erklärte der Vorsitzende. Sein Dank galt allen Aktiven, die sich in der Vergangenheit einsetzte und nach wie vor Besuchsdienste verrichten: „Seit 2001 waren mindestens 28 Personen aktiv, von denen sieben Ehemalige zwischenzeitlich verstorben sind“, informierte er. Ab 2001 waren Diakon Franz Greulich, Hiltrud Löffler und Agnes Ullrich sowie Erna Krebs aktiv; bis 2004 schieden Marianne Kuhn, Almida Bauer, Ursula Bachmann und Angela Seitz aus. Dafür kamen 2004 Diakon Heinz Willi Salmann, Renate Staab, Ilse Loser, Wally Reinhard, Sonja Müller/Schattmann, August Müller, Julia Hansmann, Maria Wolfmüller und Gerhard Weiser ins Team; zwischen 2008 und 2011 waren es Christel Geiger, Andrea Klee und Steffi Bechtold. Seit 2017 ergänzten Ingrid Kropf, Irmgard Farrenkopf und Karin Fieger die Gruppe, während 2022 Pauline Pfeffer, Birgit Grimm und Annegret Knüttel und 2023 Edith Wolf und Monika Ott dazu kamen. Aktuell besteht die Besuchsdienstgruppe aus den seit 2001 tätigen Hiltrud Löffler, Agnes Ullrich sowie aus Irmgard Farrenkopf, Karin Fieger, Birgit Grimm, Annegret Knüttel und Edith Wolf. Ihnen allen dankte Bernhard Berberich mit Präsenten und würdigte die freundliche und konstruktive Zusammenarbeit: „Vieles läuft über den kurzen Dienstweg – man vertritt sich gegenseitig“, konstatierte er.
 
Auf die Veränderungen am Hardheimer Krankenhaus kam anschließend Verwaltungsleiter-Stellvertreter Benjamin Knörzer zu sprechen. Zunächst informierte er über den Krankenhausverband Hardheim-Walldürn mit den Gesundheitszentren Hardheim und Walldürn: „Wir sind mittendrin in der Phase einer Neuaufstellung. Reine Krankenhausleistungen reichen nicht mehr aus, um Bestand zu haben“, betonte er. Der Stein sei bereits im Rollen: „Das heutige Gesundheitszentrum Hardheim ist mehr als das bisherige Krankenhaus – der Fokus liegt auf der zeit- und ortsnahen Versorgung durch kurze Wege!“, räumte Knörzer ein. Aktuell kämpfe man mit rückläufigen Fallzahlen aufgrund zunehmender Ambulantisierung, wobei er Kritik nicht ausklammerte: „Vieles wurde in den ambulanten Bereich gestellt, das in diesen eigentlich nicht gehört!“, merkte er an. Auch Finanzierungsengpässe und Ärztemangel wiegen schwer, doch sei man zuversichtlich: „Wir möchten das gallische Dorf behalten und erhalten“, erklärte Knörzer und berief sich auf vielversprechende Zukunftskonzepte. Hier spielen das MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) mit bereits gegründeter Genossenschaft und der Stellenwert als sektorenübergreifendes Versorgungszentrum eine Rolle. Freilich könne man auch künftig nicht auf den Besuchsdienst des Vereins „Dienst am Nächsten e.V.“ verzichten: Benjamin Knörzer zollte den Engagierten wie den Ehemaligen seinen Respekt für die gelebte Nächstenliebe und überreichte Geschenke. „Unsere Patienten freuen sich sehr darüber“, ließ er wissen und dankte auch dem Vereinsvorstand für die erstklassige administrative Arbeit – auf die nächsten 25 Jahre...